Testfahrt mit Kurt

28.07. bis 11.08.2019

Endlich konnten wir unserem Camper Kurt testen. Dazu hatten wir den Norden Frankreichs gewählt. Die Normandie und Bretagne kannten wir noch nicht.

Am Sonntag ging es los und deshalb wollten wir Basel meiden, weil wir auf dieser Strecke viele Ferienrückkehrer vermuteten.

Vorher mussten wir noch bei strömendem Regen einige Dinge in den Camper laden, dann ging es los Richtung Biel und von dort nach Belfort. Bis hier und dann noch mindestens zwei Stunden regnete es. Wir hatten den ganzen Tag nicht sehr viel Verkehr und bis auf ein kurzes Stück nach der französischen Grenze immer Autobahn. Das war auch gut so, denn Kurt ist einiges grösser als unser 4×4 Nelson. Schon in den Baustellen machte sich das bemerkbar. Er ist weit mehr als 2 Meter breit, mit den Spiegeln wohl fast 2,5 Meter. Das bedeutet, dass man (in der Schweiz bei einem 2m Verbotsschild) die linke Spur nicht benutzen darf. Das wissen übrigens viele Kleintransporterfahren nicht, oder sie kümmern sich nicht darum.

Da es von Kirchberg bis zur Küste der Normandie mehr als 800 Kilometer sind, hatten wir beschlossen diese Strecke in zwei Tagen zu fahren. Als wir dann genug hatten von der Fahrerei, suchten wir auf dem GPS einen Zeltplatz. Den fanden wir in Arcis-sur-Aube. Der Campingplatz war relativ klein, weil er nur zur Hälfte offen war. Die Anzahl Toiletten und Duschen waren auch so schon etwas knapp. Wir machten noch einen Rundgang durch den Ort um eine Bäckerei zu finden. Wir entdeckten eine, aber es war es war nicht ersichtlich ob sie am nächsten Tag öffnen würde. Aber wir hatten Frischbackbrötchen dabei und einen Backofen, Luxus pur.

Am nächsten Tag erreichten wir die Küste. Für eine Nacht hatten wir uns auf dem Camping le Mesnil angemeldet. Das haben wir dann um eine weitere verlängert um das nahe gelegene Dieppe zu besuchen.

Am Strand von Dieppe gibt es keinen Sand, aber die Kieselsteine dienen auch als Schutz bei Sturm.

In der Nähe hatten wir das Glück einen Parkplatz zu finden, was nicht immer einfach und zum Teil sogar unmöglich war. Mit einer Länge von sieben Metern plus Fahrradträger passt Kurt halt nicht auf einen normalen Parkplatz.

In Treport war auch noch Markttag, da belegten wir gleich mal zwei Plätze am Strassenrand.

Rouens hat eine sehr schöne Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern und eine Kathedrale, die Jeanne d’Arc gewidmet ist.

Da kurz vor unserem Besuch das 75 jährige Jubiläum der Invasion, der sogenannte D-Day war, gab es auch viele Hinweise auf Museen und Ausstellungen. In Merville les bains besuchten wir eine «Batterie» der Wehrmacht. Erstaunlicherweise wurde diese trotz einiger Bombardierungen nicht zerstört. 150 englische Soldaten nahmen sie schliesslich mit sehr hohen Verlusten ein, wie in einem Film mit Interviews mit Zeitzeugen berichtet wurde. Eine interessante und bedrückende Vorführung.

In Arromanches le Bains sind noch einige Pontons zu sehen aus denen die Alliiertentruppen einen riesigen Hafen gebaut hatten.

Unseren letzten Übernachtungsplatz in der Normandie fanden wir in Gouville-sur-Mer. Hier blieben wir zwei Nächte. Kaum hatten wir uns eingerichtet hat ein Camper im sandigen Strässchen die Vorderräder seines Fahrzeugs eingegraben. Ein kleiner Absatz zum Stellplatz und die geringe Bodenfreiheit genügte schon dazu. Bald waren viel Leute da und überschütteten den Fahrer mit Ratschlägen. Eine Frau machte das mit besonders lauten Kommentaren, bis einer der herumstehen ihr sagte. «Fermes ta geule!». Wir hielten uns da raus, helfen konnten wir ja auch nicht. Kurt ist ja nicht wie Nelson für solche Vorkommnisse ausgerüstet. Schliesslich wurde ein Traktor organisiert der das gestrandete Fahrzeug aus der misslichen Lage befreite. Hier waren im Vergleich zu anderen Campingplätzen die Leute sehr freundlich, viele grüssten uns. Ein kleiner Junge sogar jedes Mal wenn er an unsrem Platz vorbei lief.

Ausgeruht fuhren wir dann weiter in Richtung Bretagne. Unser erstes Ziel war der Mont-Saint-Michele, aber es kam dann anders. Von weitem konnten wir die bekannte Stadt auf dem Hügel im Meer sehen. Hinfahren ist aber nicht mehr möglich. Lange vorher wird man auf einen riesigen Parkplatz gelotst und da muss man dann umsteigen auf einen Shuttle-Bus. Dazu hatten wir keine Lust, denn eine schwarze Wolkenwalze kam vom Meer her. Das sah ziemlich bedrohlich aus. Darum fuhren wir weiter.

Kurz bevor wir an dem für heute gewählten Campingplatz ankamen war die bedrohliche Wolke über uns und entleerte sich. Emanuel weigerte sich beim Empfang nach einem Standplatz zu fragen, denn es schüttete wie aus Kübeln.

In der Nähe von Trédarzec schauten wir uns einen Stellplatz auf einem Bauernhof an. Da sah es sehr un ordentlich und wenig einladend aus. Da konnte man für nur € 8 stehen, aber wir suchten dann doch lieber einen anderen Platz.

Den nächsten Zwischenhalt machten wir in Paimpol, wo wir uns den Jachthafen anschauten und durch die Altstadt liefen. Ein bisschen Einkaufen war auch noch dabei.

 

Der westlichste Punkt unserer Reise war in Beg-Leguer erreicht. Da bekamen wir einen schönen Platz mit Blick auf das Meer. Am nächsten Morgen machten wir dann einen Abstecher zum Strand und in den Ort.

Von nun an ging es dann langsam wieder Richtung Schweiz. Dafür hatten wir drei Tage eingeplant. Schliesslich waren das noch etwa 1’300km bis nach Kirchberg.

Nach einer letzten Nacht in der Bretagne fuhren wir in das Loire Tal. Von den vielen Schlössern dieser Gegend besichtigten wir das Schloss von Saumur.

Die letzte Übernachtung war dann in irgendwo in einem kleinen Ort an der D760.

 

Zusammenfassung

Das Wetter

Nicht nur in den ersten Stunden unserer Reise hatten wir Regen, aber meistens regnete es in der Nacht. Es war aber meist eher kühl, was aber an der Nordküste Frankreichs nichts Besonderes ist.

 

Campingplätze

Obschon wir in der Hochsaison unterwegs waren, fanden wir immer einen Campingplatz. Aber sie waren eher teuer. Nicht so teuer wie in der Schweiz, aber wir sind uns von Afrika halt anderes gewöhnt. Im südlichen Afrika waren die Sanitäranlagen sauberer als die meisten französischen. Die Standplätze waren in der Regel  auch viel kleiner als wir es kennen. Ist halt Europa.

Strom hatten wir bis auf zwei Ausnahmen immer, musste man dann meistens auch extra bezahlen.

 

Lebensmittel

Die Preise war in einigen Geschäften fast so hoch wie in der Schweiz. Am billigsten war es bei Lidel, fast so günstig wie in Deutschland.

Auswärts gegessen haben wir nur einmal, weil wir nur in Arromanches Restaurants in der Nähe des Campingplatzes hatten. Das drei Gang Menu war sehr gut und für €25 noch günstig.

 

Verkehr

Häufig benutzten wir die Autobahnen. Das ist ein teurer Spass. Wir haben es nicht ausgerechnet aber die Maut hat zwischen 80 und 100 Euro gekostet. Für dieses Geld können wir in der Schweiz zwei Autobahnvignetten kaufen. Auf 107,7Mhz konnten wir den Autoroute Radiosender empfangen. Dort gibt es immer wieder Verkehrsmeldungen. Auf anderen Sendern gab es keine solchen Informationen. Von Staus blieben wir verschont und konnten immer recht zügig fahren.

In den Küstenregionen sind die Strassen sehr schmal und mit unserm 2,4m breiten und 7m langen Camper nicht immer einfach zu kreuzen. Vor allem da einige Franzosen einen rasanten Fahrstil haben.

Die mitgenommenen Fahrräder trauten wir uns wegen des Verkehrs und der schmalen Strassen nicht zu benützen.

Diesel ist Frankreich etwas günstiger als in der Schweiz. Es lohnt sich einen der grossen Supermärkte zu suchen dort ist es immer einige Cent günstiger. Wir bezahlten so um €1,40/l

Kurt hatte einen durchschnittlichen Verbrauch von 11,7l/100km, verglichen mit unserem Nelson und seinen 20l/100km Benzin ist das wenig.

 

Testergebnis

Zum Wohnen hat sich Kurt sehr gut geeignet, nur seine Masse waren ein kleiner Nachteil beim Fahren und Parken.

Die Einrichtung stimmt im Grossen und Ganzen. Den 12-220 Volt Inverter haben wir zweimal für die Kaffeemaschine benutzt. Hat einwandfrei funktioniert

 

Mehr Fotos gibt es HIER.

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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3 Antworten zu Testfahrt mit Kurt

  1. Pingback: Erste Reise mit Kurt | Africa Nomads

  2. Douw Krüger schreibt:

    Diese Safari würde ja ganz anders sein als die bisherige Safaris, oder? Möchte ich auch noch, aber mit Fahrrad.

    Liken

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